Alltag Rassismus

2Für Menschen, die sich aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion von der sogenannten Mehrheitsbevölkerung und ihrer Norm unterscheiden, ist das Leben in Sachsen-Anhalt nicht leicht und immer wieder von Diskriminierungserfahrungen, offenen Beleidigungen und sogar körperlichen Angriffen begleitet. Während die meisten Menschen vielleicht einmal im Monat in der Zeitung von einem rassistischen Übergriff lesen, ist Rassismus für Betroffene Alltag. Jeden Tag erleben sie auf verschiedensten Ebenen sogenanntes othering, seien es Blicke, Andersbehandlungen in Geschäften oder Behörden, Medienberichte, Reden von Politiker*innen, Witze, Sprüche, Beleidigungen, passiv-aggressives oder offen aggressives und gewalttätiges Verhalten. Unser Video "Alltag Rassismus" widmet sich dem Thema aus Perspektive von Betroffenen.

Video: Alltag Rassismus

Für unseren Träger, eine Migrant*innenorganisation, ist das Thema ein zentrales Querschnittsthema. So arbeitet in Dessau, Anhalt, Bitterfeld und Wittenberg unsere Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten. Die Kolleg*innen aus dem Bereich Nachbarschaftsleben unterstützen Menschen und muslimische Gemeinden, die von antimuslimischem Rassismus betroffen sind, auch diejenigen, die rassistisch legitimiert in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt werden. Antimuslimischer Rassismus ist in den letzten Jahren zu einer der Haupterscheinungsformen von Rassismus in Sachsen-Anhalt geworden. Eine Jugendgruppe am Zentrum sammelt Perspektiven von Betroffenen etwa auf antimuslimischen und anti-schwarzen Rassismus und arbeitet an einem Filmprojekt zum Thema. Wer Hilfe oder Beratung sucht, einen rassistischen Übergriff melden oder sich gegen Rassismus engagieren will, kann sich jederzeit bei uns melden und in Dessau oder in unseren Büros in Magdeburg oder in Halle vorbeikommen.