Stellenausschreibung: Sozialpädagog*in/Sozialarbeiter*in oder Islamische*n Theolog*in

Das Multikulturelle Zentrum e.V. sucht zum 01. Februar 2019 eine*n Sozialpädagog*in/Sozialarbeiter*in oder Islamische*n Theolog*in mit vergleichbarer Berufserfahrung als Projektmitarbeiter*in für das Modellprojekt „fursat. Resozialisierung und Prävention“ mit   einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden.

Träger des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben“ geförderten Modellprojektes, das im Verbund mit Fach-trägern der Extremismus- und Kriminalprävention und Resozialisierung umgesetzt wird, ist der Verein Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., Teil der lokalen Strukturen der Migrantenorganisa-tionen in Sachsen-Anhalt.


Projekt „fursat. Resozialisierung und Prävention“

Das neue Projekt „fursat“ will einerseits allgemein kultursensible Sozialarbeit im Kontext Justizvollzug und Resozialisierung stärken und andererseits spezifisch Präventionskonzepte und –angebote mit dem Schwerpunkt islamistische/gewaltorientiert-salafistische Radikalisierung im Bereich der Straffälligenhilfe und in Justizvollzugsanstalten Sachsen-Anhalts miterarbeiten und -umsetzen. Das Projekt verfolgt zwei Ansatzpunkte: Qualifizierung von Fachkräften in Regelstrukturen sowie sozialpädagogische Beziehungs-arbeit.

Ziel des Qualifizierungsangebotes ist es, Fachkräften zu ermöglichen, Radikalisierung präventiv entgegen-zutreten. Gleichzeitig soll die unintendierte Behinderung oder Verächtlichmachung von Frömmigkeit und religiöser Praxis verhindert werden. Die Fachkräfte sollen durch Fortbildungsmöglichkeiten, Fachaus-tausche und individuelle Beratung zum Themenfeld unterstützt werden. So können die Unsicherheiten und Bedarfe, die im Arbeitsalltag der Straffälligenhilfe und im Vollzugsdienst entstehen, thematisiert, Erfah-rungen reflektiert und gemeinsam mögliche Handlungsansätze entwickelt werden.

Die sozialpädagogischen Angebote richten sich an Personen, die durch Straffälligenhilfe begleitet werden und an Straffällige im Vollzug. Für gefährdete Personen mit eher indifferenten Meinungen bedarf es Stärkung, Unterstützung, Aufklärung, Grenzziehung und Argumenten. In diesem Sinne kann auch eine sozialpädagogische Thematisierung und Bearbeitung von lebensweltnahen, auch etwa religiösen Themen angebracht sein. Zudem geht es um die Unterstützung der Anstalten bei der Gewährleistung religiöser Angebote und islamischer Seelsorge und um diesbezügliche Vernetzungen und Kooperationen.

Das Projekt wird von den MitarbeiterInnen des Modellvorhabens SALAM Sachsen-Anhalt unterstützt, an das es fachlich angebunden ist.


Stellenangebot

Die Stelle im Umfang von 40h/Woche (eine Reduzierung auf 30h ist im Ausnahmefall möglich) soll am Standort Halle besetzt werden, ist aber landesweit tätig und in Teilen aufsuchend und mobil konzipiert. Die Stelle ist zunächst bis zum 31. Dezember 2019 befristet. Eine Verlängerung ist vorgesehen und wird angestrebt. Die Vergütung erfolgt zum Einstieg in Anlehnung an TV-L E 10 Stufe 1.


Aufgaben des/der zukünftigen Projektmitarbeiters/in:

  • Mitarbeit bei der konzeptionellen und praktischen Ausgestaltung des Projektes „fursat. Resozialisierung und Prävention“
  • Arbeit mit Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Multiplikator/-innen
  • Mitarbeit bei der Sensibilisierung der Fachkräfte in der Straffälligenhilfe und im Vollzugs-dienst für Formen muslimischer Religiosität, Schaffung von Akzeptanz und Handlungs-sicherheit
  • Mitarbeit bei der Sensibilisierung der Fachkräfte in der Straffälligenhilfe und im Vollzugs-dienst für Formen religiös begründeter politischer Extremismen
  • Entwicklung und Durchführung von sozialpädagogischen Angeboten (Gruppentrainings, Gesprächsgruppen, Einzelfallarbeit)
  • Unterstützung der Anstalten bei der Gewährleistung religiöser Angebote und islamischer Seelsorge, diesbezgl. Netzwerk- und Kooperationsarbeit

 
Anforderungen:

  • erfolgreich abgeschlossenes Studium im Bereich der Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik (oder Pädagogik) oder entsprechende Berufserfahrung
  • erfolgreich abgeschlossenes Studium der Islamischen Theologie oder entsprechende Kenntnisse der islamischen Religion, Theologie, muslimischen Frömmigkeitspraktiken u.ä.
  • Fremdsprachenkenntnisse Arabisch oder Persisch/Dari oder Pashtu (weitere Sprachen von Vorteil)
  • Kenntnisse/Erfahrungen im Bereich der Radikalisierungsprävention sowie zum Themenkom-plex Islamismus/gewaltorientierter Salafismus/Jihadismus und entsprechenden Akteuren
  • Kommunikationsfähigkeit, Engagement, eigener Gestaltungswille, Bereitschaft zur Weiter-bildung

Wünschenswert:

  • Praxiserfahrungen im Bereich der Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik, möglichst im Arbeitsfeld Migration und/oder im Bereich Anti-Gewalt- bzw. Soziale Trainings
  • Erfahrung in der Arbeit mit Straffälligen in und außerhalb von Justizvollzuganstalten

 
Wir bieten:

  • Eigenverantwortlichkeit mit Gestaltungsmöglichkeiten in einem neuen und herausfordernden Arbeitsfeld
  • Anbindung an ein engagiertes und kollegiales Team
  • Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung
  • flexible Arbeitszeiten
  • Bahncard 50

 
Bewerbung

Bitte senden Sie die Bewerbung in Form eines aussagekräftigen Motivationsschreibens und eines tabellarischen Lebenslaufes (ohne Zeugnisse, Foto) bevorzugt in elektronischer Form per E-Mail an info@salam-lsa.de oder ansonsten per Post an folgende Adresse:


Multikulturelles Zentrum Dessau e.V.
Herrn Razak Minhel
Parkstraße 7
06846 Dessau-Roßlau

 

Der Bewerbungsschluss ist der 20.01.2018.

Sollten Sie eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten, sind die entsprechenden Qualifikationsnachweise zur Verfügung zu stellen.

Hinweis: Mit der Einreichung der Bewerbung geht die datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung Ihrer Bewerberdaten durch uns einher.