Erinnerungswerkstatt Dessau

Suchen, finden, verstehen und erzählen. 

Juli 2017 - Januar 2019

Erinnerungswerkstatt Dessau

Das Projekt richtet sich an junge Menschen mit und ihne Migrationshintergrund zwischen 16 und 25 Jahren

Das Projekt richtet sich an junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zwischen 16 und 25 Jahren. Einerseits soll das Projekt als Platform dienen, um Kenntnisse zum Thema Nationalsozialismus in Dessau sowie andere geschichtliche Themen kollektiver Gewalt des 20. Jahrhundert zu vertiefen. Vor allem aber auch, um Konzepte in Workshops für die historischpolitische Bildung von Gruppen unterschiedlichen/r Alters, Geschlechts, Nationalität und Religion zu entwickeln. Zugleich sollen neu Zugewanderte in die Erinnerungskultur einbezogen werden. 

Inhalt und Ziele des Projekts

 

Vielfältige Herausforderungen stehen der deutschen Gesellschaft durch Ein- und Auswanderungsprozesse bevor, die verstärkt zu unterschiedlichen Diskussionen über einen zeitgemäßen Umgang mit Geschichte führen. So ergeben sich aus vielfältigen Zugehörigkeiten neue Perspektiven auf die Geschichte des Nationalsozialismus. Migrationsgeschichtliche, verflechtungshistorische und transnationale Zugänge gewinnen dabei an Bedeutung.  

 

Seit Juli 2017 gibt es das Projekt ERINNEURNGSWERKSTATT. Anhand der Lokalhistorie der Stadt Dessau-Roßlau im 20. Jh., mit dem Schwerpunkt Nationalsozialismus, erkunden Neuzugewanderte mit Flucht- und Migrationserfahrungen durch forschendes Lernen die Auswirkungen auf die damals in der Stadt Lebenden, die Verstrickungen in die Vernichtungspolitik und die aus der Zeit resultierenden Veränderungen des Stadtbildes. Unter Einbeziehung der parallel stattgefundenen historischen Ereignisse sowie der Rezeption der Geschichte in ihren Herkunftsländern und ihren persönlichen Erfahrungen mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Gewalt, Flucht und Vertreibung sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten diskutiert und herausgearbeitet werden. Zugleich sollen Neuzugewanderte in die Erinnerungskultur Deutschlands einbezogen werden.

 

Durch praktische Erprobung und Workshops auf Augenhöhe sollen die Teilnehmenden nach dem Projekt als Multiplikatoren das erworbene Wissen und die Erfahrungen weitergeben. Die Teilnehmer werden partizipativ in das Projekt einbezogen. Es entsteht eine ansprechende Dokumentation des Projektes, die von den Teilnehmenden aktiv mitgestaltet wird. Zudem werden zwei Exkursionen nach Bernburg zur Gedenkstätte für Opfer der NS-Euthanasie und nach Weimar zur Mahn –und Gedenkstätte Buchenwald im Sommer/ Herbst stattfinden.

 

Bisherige Themen der Workshops 2017

 

Am 5. September 2017 begann unser erster Workshop als Einstieg für interessierte Teilnehmer des Projekts. Jana Müller vom Alternativen Jugendzentrum (AJZ) führte die Gruppe rund um den Stadtpark bezogen auf Geschichtliche Gegebenheiten damals zu Zeiten des Nationalsozialismus in Dessau. Auch die Stele von Alberto Adriano wurde bedacht, was die Teilnehmer sehr bewegte.

Im Oktober ging es um die Verfolgung politischer Gegner im Zweiten Weltkrieg, wo die Teilnehmer auf Spurensuche in der wissenschaftlichen Bibliothek, am Kristallpalast und Friedhof III waren. Weitere Workshops bisher beinhalteten bisher Themen wie:

- jüdisches Leben in Dessau damals und heute mit Rundgang auf dem jüdischen Friedhof und Besuch bei der Jüdischen Gemeinde

- Verfolgung jüdischer Dessauer und Gedenkrituale am Beispiel des November-Pogroms bei der Gedenkveranstaltung

- Fluchterfahrungen, Auswanderung und Neuanfang einer Familiengeschichte sowie über Emilie Schindler mit deren Biografin Erika Rosenberg aus Argentinien

- Grundlagen über gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit (GMF)/ Diskriminierung und Empowerment

- Vertreibung, Flucht, Migration. Israel und Palästina sowie jüdische und arabische Erfahrungen, und Deutschland als Einwanderungsland

- Überblick Rassismus in Deutschland nach 1989

Den gesamten Flyer hier als Download: Erinnerungswerkstatt-Dessau-Flyer.pdf